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          Geschichte

Vor ca. 2500 Jahren befand sich zwischen Rumpenheim und der Mühlheimer Straße ein Seitenarm des Mains, darauf deutet ein bestehendes Sumpfgebiet sowie der Schrammbach hin. Auf den Sanddünen der Mainufer siedelten die Ur-Offenbacher bereits vor ca. 4000 Jahren an. Man fand dort eine Siedlung aus der Jungsteinzeit (4600 bis 2000 v. Chr.), Gräber aus der Bronzezeit (2000 bis 800 v. Chr.) und Gräber der Kelten. (entnommen der Offenbach-Post vom 10.09.1974)

Hallstattzeitliches Wagengrab
Das Wagengrab von Offenbach-Rumpenheim ist eines von über 240 hallstattzeitlichen Wagengräbern in Mitteleuropa. Im Jahr 1972 wurde im Süden der Feldgemarkung von Offenbach-Rumpenheim ein Grab der Älteren Eisenzeit entdeckt, das eine für unsere Gegend sensationelle Grabbeigabe enthielt, die Überreste eines vierrädrigen Wagens. Nach anthropologischen Untersuchungen handelte es sich um einen etwa 1,73 m großen Mann, der im Alter von ca. 50 Jahren gestorben ist. (Details kann man im Stadtmuseum Offenbach erfahren).

770 Rumpenheim wurde erstmalig urkundlich erwähnt. R. Gunthardi schenkte dem Kloster Lorsch im Ried ( an der Bergstraße) einen Weingarten. Das geht aus dem Lorscher Schenkungsbuch “Codex Diplomaticus Laureshamensis” hervor.

“Ich, Gunthart, mache im Namen Gottes eine Schenkung an den heiligen Märtyrer Nazarius, dessen Leib im Kloster Lorsch ruht, dem, wie bekannt, der ehrwürdige Gundelant als Abt vorsteht. Die Übergabe erfolgt nach meinem Wunsch für immer und, wie ich ausdrücklich betone, aus frien Stücken. Ich schenke im Maingau, und zwar in Rumpenheim, einen Weingarten. Urkund dessen nachstehende Fertigung. Geschehen im Kloster Lorsch am 1. Juni im 2. Jahr des Königs Karl.”

1210 - 1220 wurde das Geschlecht von Rumpenheim zum ersten Mal mit Eberhard von Rumpenheim erwähnt, der den heiligen Patershausen (Kloster, in der Nähe des heutigen Dietzenbachs) “agrum cum uxore Friderunj” schenkte.

1350 hat Rumpenheim das Burgrecht in Frankfurt. Burgrecht bedeutete Grundbesitz, über den der Inhaber zwar verfügen kann (Kauf, Erbschaft), der aber an bestimmte Bedingungen geknüpft ist und für den Abgaben zu entrichten sind.

1407 verzichtete Günther von Rumpenheim auf sein Lehen (ausgenommen 5 Huben Land bei dem Bethäuschen am Main) und verkaufte es an seinen Lehensherrn Johann von Hanau.

1409 belehnten Reinhard und Johann von Hanau Frank von Kronberg mit den zurückgegebenen Rumpenheimer Lehen samt der Fähre zu Rumpenheim.

15 Jahre später gab Frank von Kronberg sein Lehen zurück.

1449 belehnte Reinhard II von Hanau erneut Frank von Kronberg mit Rumpenheim (Urkunde: Reinhart Graf zu Hanauwe belehnt Francke von Cronberg den Jungen zu rechtem Burglehen zu Wonnecken (Windecken) mit dem Dorf Rumpenheym halb mit allen Zubehörungen, dazu mit der Fähre daselbst zu Rumphenheym, die aber jederzeit dem Fragen zur Benutzung zugänglich sein muß”)

200 Jahre lang blieb die Familie von Kronberg mit Unterbrechungen bis zum Jahre 1617 im Besitz des Nachlehens.

1532 Pfarrer Demuth folgt dem Beispiel Martin Luthers und heiratet.

1541 Pfarrer Demuth stirbt in Rumpenheim. Sein Einfluß auf die Frömmigkeit der Rumpenheimer im reformatorischen Sinne ist so stark, daß sich die gräfliche Regierung in Hanau nach seinem Tode genötigt sieht, die Pfarrstelle mit Jakob Klein aus Oberursel zu besetzen. Obwohl die Reformation in der Grafschaft Hanau-Münzenberg erst nach dem Augsburger Religionsfrieden im Jahre 1555 zum Abschluß gebracht wird, ist aufgrund dieses Ereignisses die Einführung der Reformation in Rumpenheim schon auf das Jahr 1541 zu datieren.

1596 Zweite Reformation in Rumpenheim. (Übergang vom lutherischen zum reformierten Glauben)

1599 In Rumpenheim wird von der hanauischen Regierung aus die Gründung einer Schule angeordnet.

1604 in Rumpenheim sind 57 Hofraiten vorhanden. Die 62 Familien des Ortes besitzen 30 Pferde, 117 Kühe, 311 Schafe und 118 Schweine.

1617 werden die meisten zum ehemaligen Lorscher und Dornberger Lehensgut gehörenden Grundstücke an Rumpenheimer Einwohner zunächst erbleihweise und dann als Besitz überlassen.

1618 bricht der Dreißigjährige Krieg aus. Offenbach und Rumpenheim gehören Territorien an, deren Landesherren Mitglieder der protestantischen UNION sind, während Bieber und Bürgel dem Kurfürsten von Mainz, einem führenden Mitglied der katholischen LIGA, unterstehen.

1621 Durch die Truppen des Generals Spinoza wurde Rumpenheim ausgeplündert und in Brand gesteckt. Nach dem Niederbrennen blieben nur 7 Häuser stehen. Zur Entschädigung der Einwohner trug Katharina Belgica, Tochter des Prinzen Wilhelm von Oranien und Witwe des Grafen Ludwig II. von Hanau, als Vormünderin von Graf Philip Moritz, durch Beisteuer und vergönnte Kollekte bei. Am 9. Dezember 1621 schrieb sie an Kaiser Ferdinand II., dass “ die Kriegsvölker am 22. Oktober und 1. November 1621 das Dorf Niederdorfelden und den Flecken Rumpenheim rein ausgeplündert, den letzteren Ort (Rumpenheim) sogar in Brand gesteckt, und die zur Überfahrt gebrauchten Nähen und Fischernachen zerhauen hätten. 27.000 Taler Brandschatzung seien ausgepreßt worden.”

1635 wurden die Schweden durch die Schlacht von Nördlingen aus Süddeutschland vertrieben und von den nachrückenden kaiserlichen Truppen verfolgt, die zu Beginn dieses Jahres in die Gegend kommen. Ein starkes Heer lagerte in einem Umkreis von mehreren Stunden um Hanau und Steinheim und verwüstete Dörfer und Felder. Am 12. September begann der kaiserliche General Lamboy mit der Belagerung der Festung Hanau. Die Belagerung dauerte bis zum 13. Juni 1636: damals entsetzt der Landgraf Wilhelm der Beständige von Hessen-Kassel die hartbedrängte Stadt und rettete sie vor dem Untergang. Die Einwohner Rumpenheims und der umliegenden Dörfer haben sich schon zu Beginn der Feindseligkeit in die umliegenden festen Städte Hanau und Frankfurt geflüchtet, wo sie an Hungersnot und Krankheiten haufenweise starben.

1637 Rumphenheim hat nur noch 57 Einwohner, davon sind 15 Ehepaare, 6 Witwen, 9 Söhne und 10 Töchter.

1639 sind nur noch 7 Hofraiten und eine ruinierte Kirche übriggeblieben. Bei der Beschädigung und Beraubung der Kirche durch Soldaten wurde eine Glocke gestohlen.

1642 Nach dem Aussterben des Geschlechtes der Grafen von Hanau-Münzenberg versuchte das Kurfürstentum Mainz, die Lehenschaft Rumpenheim einzuziehen. Dies hätte jedoch eine Rekatholisierung des Ortes bedeutet. Durch Vermittlung von Landgräfin Amalie von Hessen, einer geborenen Gräfin von Hanau, wurde dies jedoch vereitelt. Der gesamte Hanauer Besitz wird unter dem Grafen Friedrich Kasimir von Hanau-Lichtenberg vereinigt.

1644 Rumphenheim wurde von Soldaten der Bayerischen Armee in Mitleidenschaft gezogen. Der Frankfurter Kaufmann Daniel d’Orville erwarb in diesem Jahr in Rumpenheim in Mainnähe stehende Bauernhöfe und erbaute dort ein kleines Gut.

1647 kaufte der Frankfurter Arzt Dr. med. Petrus Spinoza von seinem Schwager Paul Würtz dessen Rumpenheimer Besitz und erwirbt von dem Grafen von Hanau die gleiche “Concession und Fronfreiheit” wie sein Schwager. Im gleichen Jahr verkauft Spinoza sein “zu Rumpenheim (Pfortengasse) gelegenes Erb- und eigentümliches Landgut” für 2400 Reichsthaler an den Frankfurter Kaufmann Daniel d’Orville und seine Frau Susanne, geborene de Famara.

1664 erhielt der hanauische Rat und Leibarzt Dr. Johann Wolfgang Cranz das ehemalige Kronbergsche Lehen vom Grafen von Hanau.

1674 Graf Friedrich Kasimir von Hanau-Lichtenberg belehnt den hanauischen Regierungs- und Kammerpräsidenten Johann Georg Seiffert von Edelsheim, der von ihm 1673 in den Adelsstand erhoben worden war, in Anerkennung seiner Verdienste um die Grafschaft Hanau mit dem ehemaligen Kronbergschen Lehen zu Rumpenheim. Johann Georg Seiffert war der Sohn eines Müllers aus dem Dorf Edelsheim bei Würzburg.

1678 Der Frankfurter Pfarrer der reformierten Gemeinde, Conrad Hainius, erhält, nachdem er als Schwiegersohn von Daniel d’Orville dessen Güter in Rumpenheim geerbt hatte, auf zwanzig Jahre vom Grafen von Hanau die “Freiheit von allen Personal- und Realfrondiensten”

1678 Johann Georg Seiffert von Edelsheim kauft die im Besitz des Pfarrers Conrad Hainius befindlichen d’Orvilleschen Güter in Rumpenheim. In den nächsten beiden Jahren erwirbt er weitere Grundstücke, allein 10 Bauernhofraiten.

1680 Neben dem Gut am Main befindliche Gebäude läßt Johann Georg Seiffert von Edelsheim abreißen und an deren Stelle das “Herrenhaus” den Mittelteil des späteren Rumpenheimer Schlosses erbauen.

1703 in der Nähe der Kirche wird ein Schulhaus gebaut.

1721 hat Rumpenheim 276 Einwohner

1736 Aufgrund eines im Jahre 1643 zwischen dem Grafen Philipp Ludwig II. von Hanau-Münzenberg und dem Landgrafen Wilhelm V. von Hessen-Kassel geschlossenen Erbvertrages fällt nach dem Aussterben der Grafen von Hanau der Münzenberger Teil der Erbschaft und damit das Gebiet von Rumpenheim an die Landgrafen von Hessen-Kassel.

Am 11. September 1747 wurde Landgraf Friedrich von Hessen-Kassel in Kassel geboren. Er war der Begründer der Rumpenheimer-Landgrafen Familie. 1786 am 2. Dezember heiratete er Prinzessin Karoline von Nassau-Usingen (geb. 4. April 1762 in Biebrich, gest. 17. August 1823 in Rumpenheim). Zusammen hatten sie 8 Kinder, wobei Landgraf Wilhelm von Hessen-Kassel am erwähnenswertesten scheint. Landgraf Friedrich starb am 20. Mai 1837 in Frankfurt am Main.

1754 als bekannt wird, dass der Sohn von Landgraf Wilhelm VIII. von Hessen-kassel, Friedrich II. von hessen, Im Jahre 1749 heimlich zum katholischen Glauben übergetreten ist, wird vom Landgraf Wilhelm VIII. bestimmt, dass sein Enkel Wilhelm IX. von Hessen-Kassel die Grafschaft Hanau-Münzenberg als selbständige Herrschaft erhält.

1756 - 1761 entstand die heutige Schloßkirche Rumpenheim an der Stelle einer älteren Pfarrkirche.

1762 Nach dem tode von Landgraf Wilhelm VIII. im Jahre 1760 ererbt im Jahre 1762 Wilhelm IX. die Herrschaft über die Grafschaft Hanau-Münzenberg. Bis dieser die Volljährigkeit erlangt, übernimmt seine Mutter, die Gemahlin von Friedrich II., Landgräfin Marie, eine geborene Prinzessin von Großbritannien und Irland, Tochter des Königs Georg II. , die Regierungsgeschäfte der Grafschaft Hanau-Münzenberg, wozu Rumpenheim gehörte.

1768 Prinz Karl lässt das Herrenhaus durch seitliche Anbauten an der Mainfront vergrößern. Landgräfin Marie stattet das nunmehrige Schloß im Inneren aus und erwählt es bis zu ihrem Tode im Jahr 1772 als Sommersitz.

1781 Prinz Karl verkauft Schloß Rumpenheim an seinen jüngeren Bruder, Prinz Friedrich von Hessen-Kassel.

Das Rumpenheimer Schloß entstand zwischen 1770 und 1805. Gebaut wurde in mehreren Etappen bis hin zu einer klassischen Dreiflügelanlage.

1942 (01.04.1942) wurde Rumpenheim in Offenbach eingemeindet 1943 wurde das Schloß durch einen Luftangriff schwer beschädigt.

(Fortsetzung folgt! Über geschichtliche Hinweise würde ich mich sehr freuen).